Frauen rüsten auf dem Schönheitsmarkt auf

Bauch, Busen oder Beine - nichts bleibt vom Skalpell verschont.

Sehnsüchte nach dem perfekten Körper und makellosen Gesicht wachsen zusehends. Und die Show-Größen machen es vor. Ob Demi Moore, Cher, Pamela Anderson oder Verona Pooth: Die messerscharfen Korrekturen an Leib und Lid, Brust und Bauch werden nicht mehr schamhaft verschwiegen, sondern medienwirksam zu Markte getragen. Da wollen auch Normalsterbliche mithalten - zumal ein strahlend-junges Aussehen das verspricht, was in der Leistungsgesellschaft am meisten gefragt ist: Fitness, Attraktivität und starke Gesundheit.

Nach Umfragen würde sich jede dritte Frau in Deutschland unters Messer begeben, wenn der Partner es so wünscht. Und knapp jeder Fünfte würde sich gern dem Skalpell des Chirurgen ausliefern, wenn es der Schönheit dient.

„Schönheit“ ist eines der wichtigsten Signale für den Wert eines Menschen. Selbst halbjährige Babys schauten einen attraktiven Menschen länger an als einen eher unansehnlichen. Die menschlichen "Superexemplare", die der Öffentlichkeit in den Medien vorgesetzt würden, erzeugten aber bei den durchschnittlich Aussehenden gehörigen Druck.

Der typische Patient ist der extrem Erfolgreiche, der mehr als acht Stunden am Tag arbeitet, und das sieht man ihm an. Vier von fünf Patienten noch immer Frauen. Sie kommen zum Facelifting, zur Straffung hängender Unterlider, zur Brust- oder Bauchkorrektur. Bei den männlichen Patienten stehen ebenfalls eine straffere Gesichtshaut und die Beseitigung von Tränensäcken ganz oben auf der Wunschliste.

Während die ästhetische Chirurgie Beeinträchtigungen des Erscheinungsbildes beseitigen hilft, verschönert die kosmetische Chirurgie das eigentlich normale Äußere eines gesunden Menschen.

Gutes Aussehen spielt heute eine größere Rolle, weil die Menschen - anders als in früheren Zeiten - bei der Wahl ihrer Partner frei sind und zudem mit vielen anderen in Konkurrenz stehen. Schöne Menschen haben eben mehr Chancen, auch einen schönen Partner für sich zu gewinnen. Die weniger Attraktiven haben demgegenüber das Nachsehen. Sie suchen sich zwangsläufig einen Partner nach dem Motto "Gleich und gleich gesellt sich" - wenn auch nicht so gern.

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Schönheit für Frauen immer wichtiger

Gutes und gepflegtes Aussehen wird von den deutschen Frauen heute erheblich höher bewertet, als in den 70er Jahren. Das hat eine Umfrage unter 35 000 Frauen ergeben.

Danach sind mehr als die Hälfte der Frauen (57 Prozent) der Meinung, dass gut aussehende Menschen mehr Chancen im Berufsleben haben. 1978 war nur jede dritte Befragte dieser Ansicht. Dass gutes Aussehen mehr Chancen im Privatleben bietet, glauben heute 32 Prozent; 1978 waren das noch 51 Prozent.

94 Prozent aller jetzt befragten Frauen (1978: 79 Prozent) machen sich schön, «weil ich mich wohler fühle und es mich selbstsicherer macht». Nur 3 Prozent (1978: 14 Prozent) tun es, um anderen zu gefallen. Die Frage, ob Schönheit eine Frage des Alters ist, beantworten neun von zehn Frauen heute wie damals mit einem klaren Nein.

Weniger als die Hälfte der befragten Frauen (41 Prozent) äußerten sich wirklich zufrieden mit ihrem Aussehen - 1978 waren das noch 56 Prozent. 25 Prozent halten sich heute für schöner als der Durchschnitt (1978: 17 Prozent). 85 Prozent der aktuell befragten Frauen sind der Ansicht, dass das gesündere Leben heute dazu beiträgt, gut auszusehen, und 79 Prozent meinen, es sei heute leichter gut auszusehen, «weil Frauen heute weniger Kinder haben».

Intelligenz und Charme sind den Frauen der Umfrage nach heute noch wichtiger als Schönheit: 95 Prozent nannten Intelligenz wichtig (1978: 91 Prozent); 93 Prozent halten Charme heute für wichtig (1978: 86 Prozent). Und 68 Prozent der aktuell befragten Frauen (1978: 71 Prozent) ist auch der Erfolg wichtiger als Schönheit.

schöne Aussichten

16 Prozent mögen sich gar nicht leiden

Schönheit wird für Frauen einer Untersuchung zufolge immer wichtiger. Mehr als die Hälfte aller Frauen halten gutes Aussehen für das A und O eines glücklichen Lebens. Laut Untersuchungen mögen sich 16 Prozent aller Frauen überhaupt nicht leiden. Sechs Prozent würden sich am liebsten sofort unters Messer legen, um dem Traum vom perfekten Körper näher zu kommen.

Ganz oben auf der weiblichen Mängelliste stünden zu dünne Haare, zu viel Fett um die Taille und zu wenig Oberweite. Der Gang zum Schönheitschirurgen jedoch meist unnötig, denn mit dem richtigen Styling könnten kleinere Mängel überspielt werden.

Den Grund für den Aufschwung des Schönheitsstrebens liegt in dem dahinter liegenden Wertesystem. Demnach gilt schönes Aussehen heute als Ausdruck persönlicher Leistungen und als Symbol für Erfolg. So schlage sich gutes Aussehen sogar bei der Bezahlung im Job nieder. Schöne Frauen verdienten vier Prozent mehr als ihre durchschnittlich aussehenden Kolleginnen. Und Psychologen beobachteten sogar, dass Lehrer gut aussehende Schülerinnen für intelligenter hielten. Sogar vor Gericht könnten Schönheiten mit einem milderen Urteil rechnen.

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